Armut
Ain´t Gonna Bump No More von Joe Tex, der mich doch ein wenig an James Brown erinnert, keine Ahnung wie Joe aussieht, aber die Stimme hat jedenfalls eine gewisse Ähnlichkeit, tönt aus den Lautsprechern eines Compaq nx8220. Dieses Notebook stellt mir mein Arbeitgeber zur Verfügung. Eine attraktive Frau sitzt in dem gemeinsamen Wohnzimmer mir gegenüber und konvertiert nicht zu einer klassischen Religion, sondern ein Album einer Rockband von mp3 zu aac und wechselt anschließend die Datenübertragung von ihrem Notebook zu ihrem Mobiltelefon von IR (Infarot) zu USB, weil IR ihr zu langsam voran ging und Bluetooth ging irgendwie mal nicht. Das von ihr verwendete Notebook ist von einem Auftraggeber ihres Bruders, welches dieser über ein Jahr nicht als vermisst angezeigt hat.
Im Schlafzimmer stehen noch zwei MidiTower-PCs, leistungsfähiger als es die zwei Notebooks je sein werden.
Sie sind im Moment nicht in Betrieb.
Die gemeinsamen zwei Kinder schlafen in dem einzigen Kinderzimmer.
Wann haben wir (Menschen) eigentlich aufgehört miteinander zu sprechen?
Geschichten aus Minga
Zahnarzt aus R in M
Der erste Besuch. 8 Uhr.
Ich hatte einen Termin und keine Beschwerden.
Ich betrat die Praxis des Zahnarztes.
Der Rumäne machte die Aufnahme selbst, es war sonst keiner da. Er bat noch einen Moment Platz zu nehmen.
Dies tat ich im rechten Eck der Praxis, ein Wartezimmer gab es nicht. Von hier sah ich im Nebenraum eine kleine Spüle und ein voll beladenen Wäscheständer, mit trocknender weißer Arbeitskleidung. Auf einem kleinen Tisch lagen aufgeschichtet Zeitschriften. In der Überzahl war die Focus-Money. Auf einer Ausgabe der Gala klebte ein Hustenbonbon.
Zwei Praxishelferinnen betreten gelassen die Räumlichkeiten.
Zum Gruß fehlte Ihnen die Zeit.
Sie kleideten sich um.
Mit südosteuropäischen Akzent wurde ich von einer Hilfskraft zum Arzt hinein gebeten. Er verkündete 5 Zähne müssten gemacht werden. Er gibt sich Mühe mir Schäden zu zeigen. Ich sehe sie nicht. Er beendet die Untersuchung und bedeutete mich zum Empfang, an dem ich einen neuen Termin vereinbaren solle. Das tat ich.
Ich verließ die Praxis.
Der zweite Besuch. 10 Uhr.
Die Hilfskräfte sind bereits anwesend.
Nach kurzem Aufenthalt im großen Wartesaal werde ich diesmal zum Untersuchungsraum Nummer 2 geführt.
Nach dem unsanften Einsatz von kleinen Bleiplatten mittels Verklammerung an Wangeninnen- und außenseite wird der Zahn geröntgt. Die Helferin heftet das entwickelte Bild an einer Durchleutungsscheibe. Der Arzt betritt eilens den Raum.
Er sichtet routiniert die Photographie und sagt während dessen, dass er hoffe keine Wurzelbehandlung vornehmen zu müssen. Ich kann keinen Schaden feststellen.
Er geht in den Behandlungsraum Nummer 1 zurück.
Dort werde ich ,ihm später nachfolgend, mittels einer antiquierten Spritze im Mundraum betäubt.
Bis zum Einsetzen der versprochenen und erhofften Wirkung sehe ich mich um. Leichte Unsauberkeiten, glaube ich im Raum erkennen zu können, rechne diese aber dem Alter der Einrichtungsgegenstände zu. Zahnsplitter liegen in der Mundausspülvorrichtung verteilt. Die Beleuchtung erinnert mich an ein Weiß, welches man an Wänden von dort wohnhaften Rauchern gewöhnlich wahrnehmen kann.
Die Patienten schienen ein fast familiäres Verhältnis zum Praxispersonal zu pflegen. Es wird sich geduzt in der Sprache die ich verstehe. Irgendwie könnte man es hier gemütlich haben. Von der anschließenden Behandlung eines Backenzahnes merkte ich kaum etwas. Wahrscheinlich erfolgte keine Wurzelbehandlung. Fertig!
Der dritte Besuch. 10 Uhr.
Warten im Foyer. Kein Röntgen. Betäubung.
Der Arzt kündigt an, dass die Behandlung in 2-3 Minuten beginnen könne. Eine viertel Stunde später sehen wir uns dann wieder. Bohren diesmal im anderen unteren Backenzahn. Ich denke an den Film Der Marathon-Mann mit Dustin Hoffman und hoffe, dass die Betäubung nicht nachlässt. Füllung.
Erst gegen 14 Uhr ist meine Betäubung abgeklungen. Gegen 18 Uhr stelle ich fest, dass meine Plombe nicht mehr da ist. Muss sie wohl verschluckt haben.
If…then
Wenn man annimmt, dass phantasie, geistige vorstellung und modelle existieren, kann man dann auch unterstellen, dass die dinge in jenen auch sind? Warum dann eine quelle annehmen, wenn aus ihr nichts (als imaginäres) entspringt?
Monster
Wie sind jene definiert?
Wenn man z.B. sagt, dass sie eine grobe Abweichung von als relevant angenommen Eigenschaften einer Art oder gar Rasse bzw. Spezies sind, dann hat man schnell sämtliche Menschen beisammen, wenn man sich diese anschaut. Denn es sind ja vermutlich eine ganze Menge an bestimmten ´´Eigenheiten´´ von Einzelnen jener Gattung vorhanden, welche sie von anderen unterscheidet und jene als Individuum kennzeichnen.
Hier möchte ich bewusst die anmerken, welche als krank bezeichnet werden, jene die als ´´Unfall´´ angesehen werden, also jene die aus einem technischen Umstand oder auch aus einer Laune der Natur als missgebildet(fehlerhaft) definiert sind.
Aus unserer Gesellschaft geht nun hervor was als erstrebenswert erachtet werden soll. Hierzu zählt häufig die körperliche ´´Unversehrtheit´´, die man im Gen-Zeitalter auch als ´´Reinheit´´ bezeichnen könnte, als ein Minimalstandard.
Darüber hinaus wird auch versucht den Mensch grds. zu ´´verbessern´´, hier sei mal exemplarisch die ´´Schönheit´´, ´´Vitalität´´ und ´´Intelligenz´´ erwähnt. Motive dazu sind sicher auch geläufig.
Wenn man also wie schon in der ´´Dunklen Zeit´´ das ´´Anders Sein´´ vom ´´Gesunden, Schönen und Guten´´ als monströs bezeichnet und die technischen Möglichkeit heute und die dann in der Zukunft ausnutzen wird, macht sich dann der Mensch heute sich nicht zum Monster der Vergangenheit in der Zukunft, ist demnach also Soldat der Zukunft gegen sich selber in der Vergangenheit, also gegenwärtig?
Bedeutet das bei obig verwendeter Definition dann nicht, dass der Mensch schon immer Monster war und es immer sein wird?
Ist das vielleicht Evolution, also ´´normal´´?
Compressed
Ein Frosch schaute aus einem Briefkasten ihr direkt auf die zierlichen Füsse.
Aus der Einkaufstasche war ihr auf die Zehe Magerquark gekleckert.
Die Packung war aufgerissen worden als sie den feuchten Regenschirm in die schwarze Plastiktasche schob. Durch ihre wilde und ungestüme Art wurde auch das schwarze Stück periphoriert. Ein Nachbarsjunge wollte sie mit dem Tier beglückten, denn er wusste dass sie ganz alleine lebte. Plötzlich blieb mit quitschenden Gummi der Postbote vor ihr stehen. Er hatte auf dem Fahrrad ein kleines Eilpäckchen transportiert. Atemlos, nach Luft ringend, weil ihr weißes kleid vom aufspritzenden kalten Regenwasser ganz nass wurde, hielt sie einen Moment inne und spürte wie sich eine Gänsehaut auf ihrem wunderbaren Körper ausbreitete. Der einsame und pflichtbewusste Postbote, ein Mensch der mehr an inneren Werten interessiert war, dem stand mehr der Sinn nach seiner Aufgabe, würdigte sie keines Blickes und eilte zum Briefkasten, in dem er das Päckchen schob. Es war ein von ihr langerwartetes buch mit Spezialitätenrezepten aus Frankreich. Noch ehe die leidenschaftliche Genießerin sich der Sendung hingeben konnte, war der Froschkomprimierer auf seinem Fahrrad zu seinem nächsten Auftrag aufgebrochen…
Alles Quatsch
Es gibt wahrscheinlich weit über tausend Dinge, die man sich aus manchem Traum zu realisieren wünscht. Es gibt sicherlich über eine Million Tatsachen, die man sich in einen Traum wünscht aus dem man bald erwacht. So wird die Unzufriedenheit zum Antrieb zur inneren Ruhe, der alle hinterherlaufen, als ob es kein Morgen mehr gäbe. Unruhig schwankt der Schlaf die Kegel der Lichter auf die nächsten Termine, je später desto dichter. Diejenigen, die auf dem Strom treiben werden nicht erfreut davon sein, dass andere wenige experimentieren mit den Alternativen, die sie selber nicht sehen und werden meinen, dass die Fahrt von denen behindert oder gar vorsätzlich gefährdet würde. Die Erbauer des Flussbettes werden dafür sorgen, dass die Individuen auf die Stromschnellen treffen, die diesen ihre Stimmen verzehrt oder gar raubt. Die Handlanger der Gier enden im Schlund derselben und sie ködern ihren Nachwuchs mit dem Neid, welcher ihren Träumen entspringt. Sie sind es, die mit falschen Versionen verführen und Eintrittskarten für den Club der Einsamen Herzen verkaufen, wofür sie selbst ursächlich verantwortlich sind. Wer für sie arbeitet, der verdient auch den Eintritt. Ihr Preis ist hoch, für alle gleich, aber für Insider fair, denn sie sehen über eine Millionen Tatsachen nicht. Sie werden durch Marken uniformiert und geeint auch in ihrem Geruch, welcher der Verwesung gleicht. Die Funktionen werden geschmiert und andere sind wach. Sie werden durch Angst manipuliert. Sie fürchten, dass das wenige, was ihnen gegeben ist wieder genommen wird. Sie sind es, die sich selber Realisten nennen und dabei für einen fremden Traum sich gänzlich hingeben. Die Idealisten träumen viel scheinbar völlig wirres Zeug, entziehen sich der Analyse, leben mit und nicht durch Mathematik. Sie sind das Chaos, welche vieles bewegen, wirklich fürchten in ihren Träumen. Die Idealisten sind in ihren Träumen frei und leben dafür es auch sonst zu sein. Die Realisten leben in dem Traum frei zu sein und fürchten es nicht zu sein.